Der Weg ist das Ziel

Jun 2, 2019   //   by TomB   //   News  //  Kommentare deaktiviert für Der Weg ist das Ziel

„Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne.“ – H. Hesse

Nach Jahren von Corinnas Schauabstinenz werden sich einige wundern, sie wiederzusehen. Grund dafür ist ein Projekt der Jugendarbeit, das wir als Jugendhilfeeinrichtung ins Leben gerufen haben. Hierbei geht es um die Weiterentwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen der Jugendlichen. Das Projekt soll mit einer Zuchtgruppe auf der diesjährigen Siegerschau abgeschlossen werden.

Diese Gründe sollten eigentlich einem breiterem Publikum durch die SV-Zeitung bekannt gemacht werden. Da das Interesse hierfür jedoch seitens des SV nur spärlich vorhanden zu sein scheint, nun auf diesem Wege die genannten Erläuterungen.

Nach Corinnas SV-Burnout vor ein paar Jahren haben wir einen ganz neuen Draufblick auf den Deutschen Schäferhund gewonnen. Auffällig ist, dass die „Alten“ mit den „schönen“ Hunden immer noch dabei sind. Junge Menschen scheinen auf den Schauen fast ausgestorben zu sein. Die Schauen (unserer Meinung nach der ganze SV) bilden keinen Bereich, in dem sich die nachwachsende Generation des SV wohlfühlen kann. Auch wir hatten sehr häufig Situationen, die ein Wohlgefühl vermissen ließen. Man rannte immer nur irgendwie kleinen Erfolgen hinterher und fühlte sich oft betäubt und machtlos, wenn man mal ein kleines bisschen in den Backstage schauen durfte.

Einige menschliche Beziehungen sind wegen eines Hundes in die Brüche gegangen, die sonst vielleicht ein Leben lang gehalten hätten. Natürlich wächst ein jeder an solchen Tragödien. So spielt das Leben. Wir hoffen, dass unsere Gesundheit es uns noch weiterhin ermöglicht, Schäferhunde zu züchten und zwar ein bisschen mehr nach unserem Geschmack, schließlich haben wir die Hunde jeden Tag um uns herum.

Die Menschen, die wegen eines Welpen zu uns kommen, haben häufig eine ganz andere Vorstellung von einem gesunden Deutschen Schäferhund als es die Zuchtprodukte darstellen, die auf den Schauen des SV höchste Platzierungen erreichen. Unser Pflichtbewusstsein richtet sich nun mehr an solchen Leuten aus. Deshalb möchten wir gemeinsam mit dem Schäferhund dem Zeitgeist gerecht werden.

Wir arbeiten seit einiger Zeit in der Jugendhilfe und drei Teenager wohnen dauerhaft bei uns. Für diese Jugendlichen haben wir dieses Jahr nochmal unsere Reserven mobilisiert und möchten mit einer Zuchtgruppe nach Nürnberg zur Siegerschau. Der Weg dorthin ist das Ziel, so lautet das Motto, unter dem wir mit den Jugendlichen und deren Hunden trainieren. Die Kinder lieben das ihnen anvertraute Tier. Einfach so. Weil es so ist, wie es ist. Und so sollte es unserer Meinung nach auch sein.

Wir konnten die Kinder dabei begleiten, Empathie für ein Tier aufzubauen, Interesse am Hundesport zu entwickeln und auch Mitglied im SV zu werden. Ob dies ausreicht, damit sie dauerhaft dabei bleiben, wird die Zukunft zeigen. Dem SV scheinen diese Jugendlichen jedoch keiner Förderung wert zu sein. Ein solcher Antrag auf Förderung der Jugendarbeit wurde vom SV abgelehnt und auch die SV-Zeitung scheint kein wirkliches Interesse an diesem Thema zu zeigen.

Auf die Siegerschau freuen wir uns dennoch. Das können wir, weil wir uns vom Erfolgsstreben nach hohen Platzierungen (die nur subjektiv verteilt werden können) freigemacht haben und nunmehr unseren Fokus auf das Projekt mit den Jugendlichen legen, in dem wir eine größere Sinnhaftigkeit sehen.

Team Grafenburg

Comments are closed.

Archive